Tokyo – Erkundungen in einer Mega-Metropole

Tokyo – unüberschaubar mit 13 Millionen Einwohnern und doch perfekt organisiert. Die Stadt der Widersprüche, wo sich traditionelle zweistöckige Holzhäuser neben futuristischer Architektur finden, wo ältere Damen im Kimono auf dem Weg zum Ikebana-Unterricht in der U-Bahn ungerührt neben der Gymnasiastin im Gothic Lolita-Look sitzen. Die Stadt mit dem frischesten Sushi und der höchsten Starbucks-Dichte der Welt. Wohl kaum ein Tourist, wird im Zuge einer Japanreise die fernöstliche Metropole nicht wenigstens für ein paar Tage besuchen, zumal die meisten auf einem der beiden Flughäfen, Haneda oder Narita, ankommen oder abfliegen.

Tokyo Tower mit Kirschblüten

Wie viele Tage sollte man einplanen?

Um auf der Japanreise die absoluten Highlights aus dem Reiseführer abzuhaken, reichen mitunter zwei Tage für Tokyo, doch um zumindest ein bisschen einzutauchen in das verrückte Tokyoter Stadtleben und damit auch in die Gegensätze, die Tokyo wie Japan so spannend machen, braucht man mindesten 3-4 Tage. Am besten organisiert man die Besichtigung nach Stadtvierteln und plant hinreichend Zeit zum Bummeln, Verweilen und Schauen ein, und auch zum Sich-Verlaufen. Sehenswürdigkeiten und öffentliche Verkehrsmittel sind in Tokyo gut ausgeschildert, trotzdem gibt es so viel zu sehen, dass man sich leicht einmal ablenken lässt. Doch keine Angst: Einheimische sind hilfsbereit. Am ersten Tag bietet sich für einen vorläufigen Überblick eine Fahrt mit der Ringbahn „Yamanote-Linie“ an. Diese fährt in einer knappen Stunde in einem großen Kreis über 29 Bahnhöfe durch fast alle wichtigen Stadtteile. Und das die meiste Zeit auf einer höher gelegten Trasse, sodass man die Stadt an sich vorbeiziehen lässt und auch so viel entdecken kann. Täglich benutzen 3,8 Millionen Menschen die Yamanote-Linie, was vor allem daran liegt, dass private Bahngesellschaften, die in die Vororte fahren, die Ringlinie nicht kreuzen dürfen und viele an den Endbahnhöfen in die Ringbahn umsteigen müssen. Am besten vermeidet man also die Rush-Hour - oder vermerkt sie als authentisches Tokyo-Erlebnis.

Sightseeingtouren und Rundfahrten:

Zahlreiche Reiseveranstalter bieten in ihren Katalogen Tagestouren und Rundfahren an, die im Voraus gebucht werden können. Bitte erkundigen Sie sich direkt bei Ihrem Reisebüro oder bei den Reiseveranstaltern, ob Sie hier eine Tour schon vor Antritt der Japanreise buchen können.

In Tokyo fahren verschiedene Sightseeing-Busse der Firmen Sky Bus und Hato Bus, die eine bequeme Alternative sein können und in englischer Sprache geführt werden. Sky Bus bietet auch einen Tages-Pass für den angebotenen Hop On Hop Off Sightseeing-Bus.

Verschiedene Organisationen bieten eherenamtliche Guide Services. Der Tokyo City Guide Club ist eine von ihnen. Weitere finden Sie auf unserer englischsprachigen Seite zu Volunteer Guides in Tokyo.

Wer bequem und individuell in Tokyo unterwegs sein will, muss nicht unbedingt die U-Bahn nutzen. Eine gute Option zum Erkunden der Stadt bietet das Fahrrad. An zahlreichen Orten in Tokyo kann man einfach und günstig Fahrräder ausleihen, zum Beispiel übere Cycling Tokyo. Angeboten wird auch eine geführte Fahrradtour: Die Tokyo Great Cycling Tour. Mehr dazu auf der Seite Radfahren in Japan.

Tokyo lässt sich auch vom Wasser aus entdecken. Verschiedene Fährbetriebe bieten Touren in vielen Sprachen an. Wer Tokyo lieber von oben sehen möchte, kann auch eine Hubschrauber-Tour mitmachen.

Die wichtigsten Stadtviertel von Tokyo auf einen Blick

Asakusa ist eines der traditionellsten Stadtviertel im Nordosten Tokyos. Hier befindet sich auch einer der ältesten Tempel von Tokyo, der Senso-ji, dessen legendäre Gründung auf das 7. Jh. zurückgeht. Ringsum kann man wunderbar stöbern und snacken. In Laufentfernung liegt die Kappabashi-Straße mit zahlreichen Läden für Küchen- und Restaurantbedarf. Dort werden auch die Speisennachbildungen aus Plastik verkauft, die man in Schauvitrinen vor vielen Restaurants sieht – als Souvenir auch in Miniaturausgaben oder als Kühlschrankmagnet. Auf der anderen Seite des Sumida-Flusses gelangt man zum 634 m hohen Tokyo Sky Tree, von dessen Aussichtsplattformen auf 350 und 450 m sich ein Blick über Häusermeer bis zum Horizont bietet. Die Weiterfahrt kann man per Boot auf dem Sumidafluss antreten. Bester Ausgangspunkt: U-Bahnbahnhof Asakusa

Asakusa
© WESTWARDS

Ueno – Im Stadtteil Ueno ist vor allem der Ueno-Park mit seinen zahlreichen Museen ein touristischer Anziehungspunkt. Neben dem wohl besten Museum für japanische Kunst, dem Tokyo Nationalmuseum, befinden sich hier auch das Naturkundemuseum, das Kunstmuseum der Stadt Tokyo, das Nationalmuseum für Westliche Kunst und der Zoo, daneben der Tokyoter Toshogu-Schrein, der „kleine Bruder“ der berühmten Mausoleumsanlage des Shoguns Tokugawa Ieyasu in Nikko. Zum Einkaufen und Bummeln bieten sich die Gassen und Straßen direkt gegenüber dem Bahnhof an. Bester Ausgangspunkt: Ueno Bahnhof

Shinjuku – Mit drei Millionen Pendlern täglich und über 200 Ausgängen ist der der Bahnhof Shinjuku einer der geschäftigsten Verkehrsknotenpunkte weltweit. Auf der Westseite des Bahnhofs liegt das markante Wolkenkratzerviertel. Östlich finden sich im Vergnügungsviertel Kabukicho neben zwielichtigen Etablissements auch einige urige Izakayas, und der Shinjuku Gyoen ist vor allem im Frühjahr zur Kirschblüte ein Traum in Rosa.

Shibuya / Omotesando / Harajuku – eigentlich drei unterschiedliche Stadtviertel, die sich aber zu Fuß gut miteinander verbinden lassen. Shibuya ist eines der großen Shopping-Zentren – und vor allem abends fasziniert und erstaunt die laute und bunte Leuchtreklame auf den Hausfassaden. Direkt vor dem JR-Bahnhof Shibuya (Hachiko-Ausgang) befindet sich die berühmte Kreuzung Shibuya Crossing und eine Bronze-Statue des treuen Hundes Hachiko. Die Nachbarviertel Harajuku und Omotesando könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Harajuku ein sehr junges und flippiges Publikum anzieht, finden sich auf der Omotesando-Straße die großen Designerlabel der Welt. Und die haben sich für ihre Flagshipstores in Japan Weltklasse-Architekten geleistet, wie z. B. Tadao Ando, SANAA, Toyo Ito und Kengo Kuma. Nicht mehr ganz so neu, aber immer noch sehr beeindruckend ist das Olympiastadion von 1964 im nahegelegenen Yoyogi-Park. In Laufentfernung vom Bahnhof Harajuku liegt auch der Meiji-Schrein, einer der bedeutendsten Shinto-Schreine in Japan. Bester Ausgangspunkt: Bahnhof Shibuya oder Bahnhof Harajuku.

Ginza – Neben den Champs-Elysees in Paris und der Fifth Avenue in New York ist die Ginza wohl eine der exklusivsten Einkaufsadressen. Auch hier ist erstklassige moderne Architektur zu besichtigen, etwa die Gebäude von Mikimoto, dem Diamantenhändler de Beer, Armani und Luis Vuitton. Sony und Apple präsentieren in ihren Showrooms die neuesten technischen Entwicklungen, und neben den großen Designern finden sich auch junge (allerdings nicht unbedingt billige) Modemacher, z. B. im Untergeschoss des Sony Gebäudes in einem unbenutzten Parkdeck. Nach dem Bummeln gibt es einen Kaffee im ersten Starbucks-Café Japans, das bereits 1996 eröffnete.

Blick aufs Häusermeer vom Tokyo Skytree
© WESTWARDS

Tokyo umsonst

Japan allgemein und Tokyo insbesondere haben den hartnäckigen Ruf, immens teuer zu sein, doch während nach oben hin die Skala offen ist, gibt es auch etliche kostenfreie Vergnügungen in der Stadt der Superlative. Hier unser PDF mit Tipps: Japan For Free.

Im Elektronikviertel Akihabara reihen sich die blinkenden Elektrokaufhäuser aneinander: Kameras, Handys, Computer, Haushaltsroboter und High-Tech-Toiletten, von allem der letzte Schrei, auf bis zu 9 Etagen. Was hier liegen bleibt, gelangt oft gar nicht auf den breiteren Markt.

Um den Bahnhof Harajuku tummeln sich am Wochenende Sailor Moons und Hundedämonen. Cosplay (von Costume Play, also „Verkleiden“) heißt das Hobby der Jugendlichen, die sich wie ihre Manga-Helden ausstaffieren; in der Takeshita-Straße gegenüber gibt es die Accessoires zu kaufen. Mehr im Artikel über Anime & Co. Umsonst ist auch der Blick über die Stadt vom 45. Stock des Tokyoter Rathauses. An klaren Tagen kann man sogar den Berg Fuji sehen (Aussichtsplattform 9.30–23 Uhr).

Und etliche der großen Schreine und Tempel, wie der Meiji-Schrein und der Sensoji, kosten ebenfalls keinen Eintritt.

Beste Reisezeit

Tokyo ist eine Ganzjahresdestination. Meiden sollte man vielleicht allenfalls die Regenzeit im Juni.

WESTWARDS

 

 

Mehr Tipps gibt es natürlich auf der offiziellen Seite der Stadt Tokyo. Hier finden Sie auch empfohlene Stadtrundgänge, viele Tipps zu Sehenswürdigkeiten und Stadvierteln und einen Veranstaltungskalender.

Wir bieten eine Informationsbroschüre zu Tokyo und Umgebung und einen Stadtplan an. Einfach Dowloaden unter pdf Info-Broschüre Tokyo (9.12 MB) . Mehr zu Tokyo wie einen Stadtplan oder den Vicinity Guide (mit Tipps zu Stadtrundgängen und Tagesausflügen ab Tokyo) finden Sie hier: Broschüren und Reisetipps zum Download. Sie können natürlich auch gedruckte Exemplare bei uns anfordern.

Hilfreiche Links:

Tokyo Metro

Tokyo auf Japan Guide

Tokyo auf TripAdvisor

101 Dinge, die du in Tokio getan haben solltest!

Mehr zu Tipps zum festlegen der Reisetoure in unserer Rubrik: Routenvorschläge für Ihre Japanreise