Kyoto, die alte Kaiserstadt, ist mit Hunderten von Schreinen und Tempeln, stimmungsvollen Gärten, kleinen alten Gassen und hochkarätigen Museen für viele Japanreisende ein Highlight: Der Goldene Pavillon (Kinkakuji), der tatsächlich vollkommen mit echtem Blattgold belegt ist, der spektakuläre Blick von der Terrasse des Kiyomizu-Tempels, das alte Geisha-Viertel Gion, der opulente Palast des Shoguns … das sind Eindrücke, die lange in Erinnerung bleiben.

Kiyomizu-dera bei Nacht

Wie viele Tage sollte man einplanen?

Zwei volle Tage reichen gerade, um Kyotos Hauptsehenswürdigkeiten in nicht allzu großer Hast zu besichtigen. Doch schöner ist es, mit Muße einige weniger besuchte Sehenswürdigkeiten anzusehen, Atmosphäre zu schnuppern und in den alten Vierteln umherzustreifen. Überdies ist Kyoto eine ideale Basis für Tagesausflüge in nahegelegene Orte wie Uji oder Nara, die ebenfalls sehenswert sind und ihre Japanrundreise abrunden können.

Sightseeingtouren und Rundfahrten:

Zahlreiche Reiseveranstalter bieten in ihren Katalogen Tagestouren und Rundfahren an, die im Voraus gebucht werden können. Bitte erkundigen Sie sich direkt bei Ihrem Reisebüro oder bei den Reiseveranstaltern, ob Sie hier eine Tour schon vor Antritt der Japanreise buchen können.

In Kyoto fahren verschiedenen Sightseeing-Busse, wie zum Beispiel Kyoto World Heritage Loop Bus (K'LOOP) und SKY BUS Kyoto. Die Stadt selbst bietet mit den drei Raku Busrundlinien, die besonders für Touristen die Hauptsehenswürdigkeiten praktisch und einfach verbinden. Anbieter wie Willer Express bieten auch eigene Roundtriptickets zu bestimten Sehenswürdigkeiten an.

Verschiedene Organisationen bieten eherenamtliche Guide Services. Der Kyoto Free Guide Club zum Beispiel organisiert Freiwillige, ebenso wie die Organisation Kyoto SGG Voluntary Goodwill Guide, der Good Samaritan Club und der Sakura Volunteer Guide Club. Weitere finden Sie auf unserer englischsprachigen Seite zu Volunteer Guides in Tokyo. Der Verein für traditonelles Handwerk Kadeko SGG Kansai bietet auch spezielle Touren von Freiwilligen zum Thema an. Eine Liste weiterer Vereinigungen finden Sie auf unserer englischsprachigen Webseite zu Volunteer Guides.

Wer in Tokyo lieber mit dem Fahrrad unterwegs sein möchte hat auch dafür verschiedene individuelle und geführte Möglichkeiten. Anbieter und Organisationen, die auf Fahrradtouren spezialisiert sind, sind zum Beispiel das Kyoto Cycling Tour Project und cyclekyoto. Die Seite Inside Kyoto bietet weitere Tipps zum Fahrradfahren in Kyoto und die Seite Kyoto Cycling Information hat ebenfalls Informationen und Tipps.

Die Bezirke im Überblick

Wegen der ringsum begrenzenden Berge wirkt die 1,5 Mio.-Stadt Kyoto trotzdem recht kompakt, doch das kann täuschen. Das schachbrettförmig angelegte alte Stadtareal misst in Nord-Süd-Richtung etwa 5 km und ist einigermaßen zu Fuß zu erkunden und außerdem auf der Nordsüdachse per U-Bahn erschlossen. Dort befinden sich neben dem alten Kaiser- und dem Shogunspalast (Kyoto Gosho und Burg Nijō) einige der großen Tempel, das Manga Museum, lebhafte Innenstadtviertel und der sehenswerte moderne Bahnhof ganz im Süden.

Burg Nijo

Die meisten Besichtigungspunkte liegen allerdings außerhalb dieser städtischen Kernzone: östlich des Flusses Kamogawa und an den Ostbergen befinden sich das Geisha-Viertel und zahlreiche bedeutende Tempel; weitere Tempel sind am Fuß der Nordberge. Auch der Stadtteil Arashiyama ganz im Westen ist ein beliebtes Ausflugsziel und gut mit der Hankyû-Privatbahn zu erreichen.

Der öffentliche Nahverkehr ist gut und halbwegs übersichtlich – für einige Strecken benutzt man U-Bahn oder S-Bahn, aber vor allem zu den am Stadtrand gelegenen Sehenswürdigkeiten verkehren nur Busse. Wer viel unterwegs ist, für den lohnt sich auf jeden Fall ein Tagesticket.

Tempel und Schreine

Wer die klassische Holzarchitektur und die religiösen Kunstschätze japanischer Tempel und Schreine mag, findet in Kyoto wochenlang Programmpunkte. Doch was muss man gesehen haben? Hier einige Reisetipps:

Fushimi Inari Jinja
© WESTWARDS

Die höchste Pagode Japans steht im Tempel Tōji nicht weit vom Bahnhof; Tempel und Pagode stammen aus dem 9. Jh. , die Pagode ist allerdings nicht zugänglich. Unglaublich eindrücklich ist die Armee von 1000 lebensgroßen vergoldeten Kannon-Statuen im Sanjūsangendō, alle aus dem 12. und 13. Jh.! Den Daigoji, einen gut erhaltenen asketischen Bergtempel mit vielen Untertempeln und verschiedenen Gebetshallen findet man in beeindruckender Lage hoch in den Ostbergen (aber per U-Bahn zu erreichen) – besonders zur Kirschblüte ein phänomenaler Anblick. Und für Fotografen ist der Fushimi Inari Taisha ein besonders farbenfrohes Motiv: Ein Schrein, der dem Fuchsgott geweiht ist und an dem Gläubige seit Jahrhunderten orangefarbene Schreintore (torii) stiften. Das soll gut fürs Geschäft sein… Diese Tore stehen dicht hintereinander und formen so einen kilometerlangen Tunnel, der sich orangefarben über den Berg hinzieht.

Gärten

Wohl der berühmteste Garten Japans ist der Trockensteingarten des Zen-Tempels Ryoanji, der nur aus Kies und Steinen besteht, eine vollkommene Abstraktion des Konzepts Garten. Ähnliche Zen-Gärten mit säuberlich geharktem Kies und abstrakten Formen finden sich auch in anderen Gärten in Kyoto, etwa dem des Tempels Ginkakuji.

Grünere Landschaftsgärten mit Bäumen, Blüten und Teichen sind z.B. der des Schreins Heian Jingū oder des Tempels Tenryūji. Die Gärten der Kaiservillen Shūgakuin Rikyū und Katsura Rikyū sind berühmt für ihre abwechslungsreiche Anlage und die Herbstlaub-Kompositionen; für die Besichtigung ist eine Anmeldung beim Kaiserlichen Palastamt notwendig. Noch aufwändiger ist die Anmeldeprozedur für den Koke-dera (Saihōji), den sogenannten Moos-Tempel – mit sorgfältig gepflegten, stets satten grünen Moosteppichen.

Museen

Kyoto mag zwar für Tempel, Schreine und Gärten bekannt sein, doch auch die Museumslandschaft hat einige Kleinodien zu bieten. Neben dem Nationalmuseum mit Fokus auf klassischer japanischer Kunst gibt es Stadtgeschichte im Kyoto-Museum, aber auch durchaus zeitgenössisches im Ikebana-Museum, denn die Kunst des Blumensteckens ist kurzlebig. Im Raku Museum werden die weltberühmten, wertvollen Keramik-Teeschalen der Raku-Dynastie präsentiert. Und mitten in der Stadt bietet das Kyoto International Manga Museum Lesestoff und Ausstellungen zu diesem Gegenwartsaspekt japanischer Kultur.

Mehr zu Museen in Kyoto

Gion-Festival in Kyoto

Kyoto umsonst

Die meisten Sehenswürdigkeiten in Kyoto sind erschwinglich – typischerweise etwa 300 bis 700 ¥. Bei einem dichten Besichtigungsprogramm können sich die Eintrittsgelder trotzdem summieren. Da ist es gut zu wissen, dass vieles ganz umsonst ist: etwa die meisten Shinto-Schreine, z.B. der Shimogamo Jinja, der Heian Jingū und der Fushimi Inari Schrein (s.o.). Frei ist auch der Eintritt in etliche Tempel, wie den riesigen Nishi- und den Higashi-Honganji im Zentrum, aber auch das Gelände von Großtempeln wie Nanzenji und Daitokuji. Hier bezahlt man nur für die einzelnen Untertempel, oft mit schönen Gärten, Eintritt. Zur Kirschblüte lockt der Philosophenweg bis zu den Tempeln der Ostberge. Und etwa einen halben Tag dauert ein Spaziergang vom Zentrum durch das Vergnügungsviertel Pontochō und das Geisha-Viertel Gion zum Yasaka Schrein und dem Park Maruyama Kōen, und dann weiter über die verkehrsberuhigten Touristengassen (Ninenzaka) bis zum Kiyomizu-Tempel (Tempelbesichtigung 300 ¥)

Beste Reisezeit

Kyoto liegt etwas vom Meer entfernt und hat ziemlich ausgeprägte Jahreszeiten: Im Sommer schwül-heiß, im Winter auch mal Schnee; im Frühling eine größere Regenwahrscheinlichkeit als im Herbst. Abgesehen von Klimapräferenzen ist die Stadt zu jeder Jahreszeit absolut sehenswert. Allerdings zieht sie pro Jahr etwa 50 Millionen Besucher an: Besucherspitzen sind im März/April zur Kirschblütensaison und Anfang Mai zur Golden Week, Hotelpreise sind dann überdurchschnittlich hoch und viele Unterkünfte bereits Wochen und manchmal Monate im Voraus ausgebucht.

WESTWARDS

Wir bieten eine Informationsbroschüre zu Kyoto und Umgebung und einen Stadtplan an. Einfach unsere pdf Info-Broschüre Kyoto/Nara (8.55 MB) downloaden. Mehr zu Kyoto wie einen Stadtplan oder den Vicinity Guide (mit Tipps zu Stadtrundgängen und Tagesausflügen ab Kyoto) finden Sie hier: Broschüren und Reisetipps zum Download. Sie können natürlich auch gedruckte Exemplare bei uns anfordern.

Hilfreiche Links:

Kyoto City Offical Travel Guide

Welcome to Kyoto Prefecture

Kyoto Prefecture Toruism Guide

60 Dinge, die du in Kyoto getan haben solltest

Inside Kyoto

Sharing Kyoto

Mehr zu Tipps zum festlegen der Reisetoure in unserer Rubrik: Routenvorschläge für Ihre Japanreise