Sakura vor dem ZenpukujiRosa in allen Schattierungen, soweit das Auge blickt. Die Farbpalette der zarten Blüten reicht von reinem Weiß über luftiges Babyrosé bis hin zu kräftigem Pink. Und dieses Bild wiederholt sich dutzende Male in den LCD-Displays von Spiegelreflexkameras und Handys. Die Kirschblüte (sakura) zeigt nicht nur den Beginn des Frühlings an, sondern ist Ausdruck der japanischen Seele – Touristen wie Japaner wollen sie im Bild festhalten.

Ob rosa oder weiß, getupft oder in üppigen Trauben, das hängt übrigens von der Baumsorte ab – insgesamt gibt es um die dreihundert Variationen japanischer Kirschbäume. Am häufigsten ist die schnell wachsende Somei-Yoshino-Kirsche mit zarten, fünfblättrigen, fast weißen Blüten. Etwas seltener sind die „Chrysanthemen-Kirschen“, deren Blüten mit ihren bis zu hundert Blütenblättern puschelige weiche Bälle formen, und die Trauerkirschen, deren Zweige von der Last der Blüten auf den Boden heruntergezogen scheinen. Die unterschiedlichen Kirschbaumarten werden nicht nur wegen des breiteren Farbenspektrums angepflanzt, sondern auch, weil ihre Blüten zeitlich versetzt aufgehen und sich die sprichwörtlich kurze Kirschblüte so auf mehrere Wochen strecken lässt.

Ein luftiger rosa Traum – die Kirschblüte und ihre Betrachtung (hanami)

Kirschblüte vor Tempel in KyotoRosa in allen Schattierungen, soweit das Auge blickt. Die Farbpalette der zarten Blüten reicht von reinem Weiß über luftiges Babyrosé bis hin zu kräftigem Pink. Und dieses Bild wiederholt sich dutzende Male in den LCD-Displays von Spiegelreflexkameras und Handys. Die Kirschblüte (sakura) zeigt nicht nur den Beginn des Frühlings an, sondern ist Ausdruck der japanischen Seele – Touristen wie Japaner wollen sie im Bild festhalten.

Ob rosa oder weiß, getupft oder in üppigen Trauben, das hängt übrigens von der Baumsorte ab – insgesamt gibt es um die dreihundert Variationen japanischer Kirschbäume. Am häufigsten ist die schnell wachsende Somei-Yoshino-Kirsche mit zarten, fünfblättrigen, fast weißen Blüten. Etwas seltener sind die „Chrysanthemen-Kirschen“, deren Blüten mit ihren bis zu hundert Blütenblättern puschelige weiche Bälle formen, und die Trauerkirschen, deren Zweige von der Last der Blüten auf den Boden heruntergezogen scheinen. Die unterschiedlichen Kirschbaumarten werden nicht nur wegen des breiteren Farbenspektrums angepflanzt, sondern auch, weil ihre Blüten zeitlich versetzt aufgehen und sich die sprichwörtlich kurze Kirschblüte so auf mehrere Wochen strecken lässt.

Die zarten Blüten, die im ersten lauen Frühlingswetter so wunderbar aufblühen, aber nach kurzer Zeit schon wieder verwelken oder, was häufiger ist, einem Schnee- oder Regenschauer zum Opfer fallen, sind in Japan zu dem Symbol für Vergänglichkeit geworden. Seit Jahrhunderten stehen sie für den abrupten Tod in der Blüte des Lebens. Im mittelalterlichen Japan galt die Bereitschaft dazu als heroisches Ideal der Samurai-Krieger. Deren vom Zen-Buddhismus geprägte Philosophie und Kunst betonen die Unbeständigkeit aller Perfektion; aus dieser Ästhetik erwächst der Kult um die rosa Blüten.Sakura vor dem Zenpukuji

Bereits Ende Januar blühen im Süden Japans in Okinawa die ersten Kirschblüten. Dann ist es im Rest von Japan noch Winter, erst Anfang März beginnt die Kirschblüte auf Kyushu, der südlichsten der vier Hauptinseln. Von nun an verdrängt eine Art Wetterkarte in unterschiedlichen Rosatönen zunehmend die politischen Krisen und das Ende des Fiskaljahres aus den Hauptnachrichten. Das Vorrücken der sogenannten Kirschblütenfront beschäftigt die japanische Nation. Landesweit befassen sich Meteorologen damit, möglichst genau den Beginn der rosa Pracht für die großen Städte wie Kyoto, Osaka und Tokyo zu errechnen. Und selbst innerhalb einer Stadt gibt es je nach Hanglage oder vorherrschender Baumsorte Schwankungen beim Zeitpunkt der „vollen Blüte“. Daher informiert eine tagesaktuelle Liste in der Touristeninformation in Kyoto darüber, wie weit die Kirschblüte in den diversen öffentlichen Parkanlagen fortgeschritten ist.

Hanami

Die Betrachtung der Kirschblüten – bzw. das Picknicken unter Kirschblüten – gehört im Frühjahr in Japan zum Pflichtprogramm. Firmen, Sportclubs und Vereine stellen meist schon gegen Mittag jemanden ab, der unter der rosa Pracht einen 10 bis 15 Quadratmeter großen Claim mit grellblauen Plastikplanen absteckt und reserviert, bis am Abend gefeiert wird. Das Erleben der Kirschblüte ist ein absolutes Highlight auf der Japanreise. Das wissen auch die Japaner. Wenn Sie als Tourist am Nachmittag an einem der Hanami-Spots mit einem Sake und einem Snack vorbeikommen, um die Blüten zu betrachten, überlassen die Einhüter Ihnen sicher gern ein Stück Plane und man kommt vielleicht sogar ins Gespräch.

Der Brauch des Hanami existiert bereits seit dem 8. Jahrhundert. Damals war das süße Nichtstun in der Natur noch ein Vorrecht des Hofadels, der unter Kirschblüten dem Sake zusprach und sich dazu in klassischer Dichtung erging. Heute wird in den japanischen Parks zwar nicht mehr gedichtet, doch den Brauch des Reisweinkonsums hat man beibehalten. Kein Wunder, zeigen die Blüten doch nur den ersten Beginn des Frühlings an. Bei abendlichen Temperaturen von oft nur um die 10 Grad muss der Wärme von innen nachgeholfen werden.

Menschen beim Hanami
© WESTWARDS

In Tokyo kommt die „volle Blüte“ erst ein bis zwei Wochen später als in Kyoto an. Zu den bekannten Hanami-Plätzen gehören die Ufer des Sumida-Flusses: unweit von Asakusa lässt es sich wunderbar unter den Kirschbäumen wandeln. Wie überall überbieten sich die Feiernden mit selbstgemachten Reisbällchen, Hors d’œuvres und kleinen Küchlein. Denn wie ein japanisches Sprichwort besagt: „Hana yori dango“ (Klößchen statt Blumen) – erst kommt das Fressen und dann die Ästhetik (der Blüten). Doch es geht auch anders: Die Firmenabteilung gegenüber besteht aus einem Dutzend Männern in dunklen Anzügen. Alle haben korrekt die Schuhe vor der blauen Plane aufgereiht und sitzen nun in Strümpfen vor identischen Pappschachteln, bedruckt mit rosa Kirschblüten und gefüllt mit Häppchen von Reis, Gemüse und Fisch. Das saisonale Hanami-Menü, von einem der umliegenden Restaurants direkt an die Plastikplane geliefert. Auch die japanische Lebensmittelindustrie will über die rosa Blüten auf einen grünen Zweig kommen: Zahlreiche Süßigkeiten gibt es im Frühling in einer rosa Sonderedition mit säuerlichem „Sakura“-Geschmack: Kirschblüten-Kitkat, Kirschblüten-Bonbons, Kirschblüten-Schokolade, Doppelkekse mit Kirschblütencremefüllung … „Sakura“ schmeckt frisch und säuerlich, aber nicht nach Kirsche: denn aus all der Blütenpracht erwachsen im Herbst keine Kirschen. Sakura sind reine Zierpflanzen, fruchtfrei hochgezüchtet für den Kult kollektiver Frühlingsgefühle.

Reisetipp: Gute Orte für die Kirschblütenbetrachtung auf der Japanreise

Tokyo Tower mit SakuraKyoto: Im Maruyama-Park in der Nähe des Yasaka-Schreins werden im Frühjahr etliche Fresssbuden aufgebaut. Bekannt ist der Park für seinen knorrigen Shidarezakura-Baum, dessen Äste ob der Blütenpracht zu Boden gedrückt werden. Ein weiterer Top-Spot ist der Philosophenweg.

Tokyo: Die bekanntesten Orte für ein Hanami sind der Ueno-Park, der Shinjuku-Gyoen Park und die Kirschbäume entlang des Sumida-Flusses bei Asakusa und entlang des Palastgrabens bei Chidorigafuchi (Kudanshita).

Fuji-san mit Kirschblüten: Das klassische Foto des Fuji-san mit Kirschblüte bekommt man von der Nordseite des Kawaguchi-Sees. Am frühen Morgen ist es meistens noch klarer.

Kirschblüten-Ausflugsziele abseits der Hauptroute: Manche Provinzorte und ländliche Parks werben speziell mit ihrer Kirschblütensaison. Der bekannteste reine Hanami-Spot ist der Berg Yoshino in der Präfektur Nara mit der überwältigenden Menge von 30.000 Kirschbäumen. Speziell für frühe Termine bieten sich die Burg von Kumamoto oder der Garten Korakuen in Okayama an, und wenn die Blütenfront schon fast durch ist, fährt man am besten nach Tohoku, etwa nach Kakunodate oder Hirosaki.

 

Weitere Informationen:

Popular Hanami Spots

JNTO: The bloom of Cherry Blossoms

How to Hanami

Varieties of Cherry Blossom

Where to see Cherry Blossoms