Essen & Trinken – Kanto

Zwischen den Küchen der Regionen Kanto und Kansai gibt es bestimmte Unterschiede, über die die Bewohner Tokyos (Kanto) und Osakas (Kansai) leidenschaftlich diskutieren, und die Versionen aus ihrer Region preisen sie natürlich als die jeweils besten an. Die Suppen in Kanto sind meistens leicht gewürzt und klar, die in Kansai wiederum eher dunkel und sehr aromatisch. Japanische Pfannkuchen haben in Kanto eine lockere Rührei-Konsistenz, in Kansai isst man sie lieber fest und rund. Es gibt unendlich viele Unterschiede – fragen Sie einfach die Einheimischen!

Wer auf der Japanreise auch in die kulinarischen Genüsse der Kanto-Region kommen möchte, sollte unbedingt diese Spezialitäten probieren:

Yuba Oder Milchhautblätter (Tochigi)

a7 01Wenn Sojamilch gekocht wird, bildet sich an der Oberfläche eine dünne Schicht. Für die Zubereitung von Yuba wird diese Schicht vorsichtig abgeschöpft. Ursprünglich kam das Gericht zusammen mit Tofu aus China, und mit der Zeit wurde es zu einem festen Bestandteil japanischer Esskultur. Yuba kann getrocknet und um Füllungen gewickelt werden, es kann auch Eintöpfen und gekochten Gerichten hinzugefügt werden oder sogar, genau wie Sashimi, mit Sojasauce und geriebenem Wasabi (japanischer Meerrettich) gegessen werden. Heutzutage gilt Yuba als überaus nahrhaftes Essen, das zudem leicht in der Zubereitung ist. Neben Nikko (Tochigi), ist auch Kyoto für die Herstellung von Yuba bekannt. In historischen Städten wie diesen sind Yuba-Gerichte seit Generationen beliebt, und lange bestehende Yuba-Restaurants sind nach wie vor sehr gut besucht. Probieren Sie ruhig diesen traditionellen Geschmack.

Namerou (Chiba)

a7 02Namerou ist ein traditionelles Gericht aus der Küstenregion der Boso-Halbinsel, die den südlichen Teil von Chiba bildet. Die Hauptzutaten sind Pferdemakrelen, Sardinen, fliegende Fische und pazifische Makrelenhechte oder Makrelen. Die Fische werden in kleine Stücke geschnitten, hinzu kommt Miso. Dann gibt man Lauch, Ingwer und Shiso (japanisches Basilikum) bei und zerhackt alles zu einer feinen Paste. Mit Lauch und Ingwer wird der Fischgeruch neutralisiert. Gebratenes Namerou heißt Sanga-yaki, während Namerou mit Su (Essig) als Su-namerou bezeichnet wird. Wird Namerou auf Reis gegeben und mit grünem Tee übergossen in einer Schale serviert, nennt man es Soncha. All das sind deftige Gerichte, bei denen es vor allem um Geschmack und nicht um Ästhetik geht – eben echte Fischergerichte.

Monja–Yaki (Tokyo)

a7 03Monja-yaki war ursprünglich eine Leckerei für Kinder, die im Zentrum von Tokyo gegessen wurde. Inzwischen hat es sich als Spezialität der Stadt etabliert. Zuerst werden Zutaten wie getrockneter Tintenfisch, süßer Mais und Kohl auf einer heißen Eisenplatte gebraten. Dann ordnet man die Zutaten auf einem Teller so an, dass ein runder Wall entsteht, und füllt den Platz in der Mitte mit flüssigem Teig. Man bewegt den halb fertigen Inhalt mit einem kleinen Spatel umher und steckt sich den fertig gebratenen Inhalt, der an der Hinterseite des Spatels kleben bleibt, in den Mund. Das Gericht stammt entweder aus Tokyos Stadtteil Asakusa oder aus Gunma. Aktuell ist die im Chuo-Bezirk gelegene Insel Tsukishima in ganz Japan als „Monja-yaki-Town“ bekannt. Nehmen Sie diesen Weg auf sich, und probieren Sie dieses Gericht, wenn Sie den Stadtteil Ginza besuchen.

Fukagawa-Meshi (Tokio)

a7 04Fukagawa-meshi wird gern im Zentrum Tokyos gegessen. Dazu kocht man Muscheln mit Schale und Lauch in Miso und serviert das Ganze auf Reis mit einer Suppe. Wenn Fukagawa-meshi während der Muschelsaison (Frühling) gekocht wird, verleiht die Muschelbrühe zusammen mit Miso dem Gericht ein spezielles, köstliches Aroma. Auch wenn es heute schwer vorstellbar ist, war Fukagawa einst eine florierende Fischerstadt, und an der Mündung des Sumida-Flusses gab es Muscheln im Überfluss. Manche Restaurants in der Region bieten nach wie vor Fukagawa-meshi an. Wenn Sie also das entsprechende Zeichen für das Gericht im Stadtzentrum entdecken, lassen Sie sich bekochen wie die Einheimischen in der Edo-Zeit (1603-1867).

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