Reisstrohmattenzimmer ohne Fettnäpfchen – vom richtigen Verhalten im Ryokan

Futons, Tatamimatten und Kimonos sind typisch japanisch, und doch ist das alles keine selbstverständliche Erfahrung auf einer Japanreise. Für eine Übernachtung im japanischen Stil bucht man sich am besten in ein schickes Ryokan (wörtl. Reisehaus) ein. Ryokan waren die Gasthöfe der Edo-Zeit (17.-19. Jh.) und heute ist eine Übernachtung dort eher wie eine Auszeit im Wellness-Hotel mit viel Tradition, sehr gutem japanischem Essen, Entspannung und oft einer angeschlossenen Thermalquelle.

Check-in ohne Schuhe

Ein Ryokan betritt man nicht mit Straßenschuhen: in der Regel stehen schon Pantoffeln für die Gäste bereit. Die Straßenschuhe stellt man entweder in ein Regal in Eingangsnähe oder lässt sie einfach am Eingang stehen. Hat man als Reisender einen Rollenkoffer dabei, sollte man auf den Fußbodenbelag achten: Über empfindliche Tatamimatten oder Holzfußböden lieber tragen! Am besten lassen Sie das Gepäck im Eingangsbereich des Zimmers. Das Zimmer an sich wird mit Tatamimatten ausgelegt sein – diese betritt man nur in Socken.

Im Zimmer wird es meist eine Schmucknische geben, eine sogenannte Tokonoma. Auch wenn diese Nische vielleicht aussieht wie eine Garderobe, ist sie für ein Rollbild und vielleicht ein Ikebana-Gesteck gedacht und das Zentrum eines japanischen Wohnzimmers.

Abendessen im Yukata

Ein Yukata ist eine Art Kimono aus leichtem Baumwollstoff, den in einem Ryokan jeder Gast bekommt. Man kann ihn während des gesamten Aufenthalts tragen, auch nachts zum schlafen. Wichtig ist, dass immer die linke Seite über die rechte zu liegen kommt – und zwar bei Männern und Frauen. Je nach Jahreszeit gibt es noch eine Jacke oder ein kurzes Mäntelchen zum Überziehen. Achten Sie darauf, dass der Yukata nicht zu locker gegürtet ist und womöglich vorne auseinanderfällt. Ach ja, und man sollte zumindest Unterwäsche unter dem Yukata anlassen. Das Abendessen wird meist relativ früh serviert (ca. 18 oder 19 Uhr), entweder auf dem Zimmer oder in einem separaten Raum. In einem Ryokan wird in vielen kleinen Schüsseln ein stets zur Jahreszeit passendes, aufwändiges japanisches Menü serviert. Bei dieser Art von Essen gibt es keine festgelegte Reihenfolge, manche Speisen werden im Laufe des Essens gebracht, andere kochen am Tisch auf kleinen Öfen, das Personal wird Sie darauf hinweisen, wenn etwas fertig ist. Trotz der erst winzig wirkenden Einzelportionen ist solch ein Essen relativ üppig – gut, dass man den bequemen Yukata trägt…

Nach dem Bad ab auf die Schlafmatte

„Wo ist das Bett?“ fragt sich manch einer beim Betreten des Zimmers. Geschlafen wird nämlich auf einer faltbaren Matratze, dem Futon. Die Matratze und das Bettzeug befinden sich tagsüber in den unauffälligen Einbauschränken, gegen Abend wird das Personal das Bett auf dem Boden bereiten.

Viele Ryokan haben ein eigenes Thermalbad, sodass Sie abgesehen vom eigenen Bad im Zimmer auch ein größeres Gemeinschaftsbad zur Verfügung haben – oft ein Onsen, also eine natürliche heiße Quelle.

Diese Bäder sind wie die meisten japanischen Onsen nach Geschlechtern getrennt, und die Verhaltensregeln sind genau wie dort: Man zieht sich in einem Vorraum aus, geht in den eigentlichen Badbereich, um sich zunächst einmal gründlich zu reinigen, und gleitet dann erst zur Entspannung in das ziemlich heiße Wasserbecken.

WESTWARDS

Buchungsmöglichkeiten und mehr zu Ryokans: Ryokan - die traditonelle japanische Unterkunft.

Mehr nützliche Tipps und Anregungen für Ihre Japanreise finden Sie in unseren Japan-Blog.