Die Tateyama-Kurobe-Alpenroute – in Japan übern Berg!

Bis zu 8 m hohe Schneewände ragen zu beiden Seiten der japanischen Alpenroute auf – geradezu winzig wirken die Menschen und der Reisebus neben den Schneemassen. Im April wird die Straße über den Kamm der japanischen Nordalpen per GPS-Sondierung geräumt und dann beginnt auch die Touristensaison.

Schneewände, Otani

Alpen in Japan? Den Begriff "Japan-Alpen" (日本アルプス) hat der englische Missionar Walter Weston geprägt, den die japanischen Berge an die Schweiz erinnerten. Die Japanischen Alpen sind ein Wanderparadies, aber wer sich nicht unbedingt zu Fuß auf den Weg machen will, kann die 2500 m hohe Bergkette der Nordalpen in einer etablierten Abfolge von acht unterschiedlichen Verkehrsmitteln überwinden, auf der Tateyama-Kurobe-Alpenroute. Auf einer Japanreise kann das eine interessante Alternativroute zwischen Takayama und Matsumoto sein.

Einstiegsort ist Tateyama, von Toyama aus bequem mit der Privatbahn zu erreichen. Schon in Toyama bekommt man alle Infos und das durchgehende Ticket für die Alpenroute. Mit einer Zahnradbahn geht es hinauf zur Hochebene Bijodaira (977 m) und weiter über eine kurvige Straße per Bus durch die Hochmoore bis Murodō (2400m), das aus einem Dutzend verstreut liegender Hotels und Berghütten besteht und der höchste Punkt der Alpenroute ist. Kurz vor Murodō passiert man von April bis Juni auch die beeindruckenden Schneewände. Von Murodō fährt ein Elektrobus durch den Berg Tateyama zur Seilbahnstation Daikanbō . Die Abfahrt erfolgt mit einer Seilbahn bis Kurobedaira und dann mit einer weiteren Zahnradbahn zur Kurobe-Talsperre. Mit 186 m ist es eine der höchsten in Japan - beim Bau starben 170 Arbeiter. Ein Spaziergang führt über die eindrucksvolle Staumauer und dann geht es noch einmal per Elektrobus durch den Tunnel unter dem Akazawa-dake hindurch nach Ogisawa, von wo die Weiterreise per Stadtbus und Bahn erfolgt. Natürlich ist die Strecke auch in umgekehrter Richtung möglich.

Tateyama Ropeway

Wandern

Die Tateyama-Kurobe-Alpenroute lässt sich in einem langen Tag abfahren, schöner ist es jedoch, sich mehr Zeit zu nehmen und auch mal ein Stück zu wandern. Dafür empfiehlt sich die Strecke zwischen Bijodaira und Murodō . Über die Hochmoore führen im Sommer Bohlenwege. Keinesfalls auslassen sollte man den kurzen Spaziergang von der Bushaltestelle in Murodō zum Vulkansee Mikurigaike und zum Jigoku-dani (Höllental), wo Schwefeldämpfe aus der Erde austreten (Zeitaufwand circa 1,5 Std). Wie wäre es danach mit einem Bad im Migurigaoke Onsen, dem höchstgelegenen Onsen Japans?

Doch auch für ambitionierte Wanderer ist Murodō im Sommer ein guter Ausgangspunkt, z. B. für die Besteigung des Tsurugi-dake, dem schwierigsten Wanderberg der japanischen Alpen.

Raichō- Schneehuhn
© WESTWARDS

Beste Reisezeit für die Alpenroute

Die Schneewände sind früh in der Saison im April und Mai am beeindruckendsten, dann hat man auch Chancen, die Schneehühner (raichō) im weißen Winterkleid zu sehen. Der Sommer ist die Hochsaison auf der Tateyama-Kurobe Alpenroute, jetzt blüht zum Beispiel die Japanische Mantelblume. Und auch zur herbstlichen Laubfärbung ist die Tateyama-Kurobe Alpenroute ein Hingucker in Rot und Gelb. Im Winter ist sie geschlossen.

Reisetipps

Wichtig ist warme Kleidung. Die Durchschnittstemperatur im Sommer beträgt nur 16 °C; bis in den Juni gibt es Nachtfröste.

Übernachtungen sind sowohl in Murodō als auch auf der Hochebene zwischen Bijodaira und Midagahara möglich, man sollte aber vorher reservieren.

WESTWARDS

Hilfreiche Links:

Tateyama-Kurobe-Alpenroute Official Site

Climbing The Roof of Japan – the Alpine Route

Tateyama Kurobe Alpine Route auf Go! Nagano

Verschiedene Anbieter wie Club Tourism bieten die Route auch als Tour an. Fragen Sie auch bei Ihren deutschen Reiseveranstaltern.

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