Burgen in Japan – in die Zeit der Samurai

Steile Felsbastionen, weiße Mauern, geschwungene Dächer, die sich bis zu sieben Stockwerken übereinander erheben, umgeben von einem Burggraben – so kennen viele die japanischen Burgen aus den Samurai-Filmen. Insgesamt gibt es weit über hundert dieser Burgen und Burgruinen in Japan; die eine oder andere sieht man auf der Japanreise bestimmt.

So alt wie die mittelalterlichen europäischen Burgen sind die japanischen aber nicht: Die typisch japanische Burganlage (o-shiro お城) entwickelte sich erst in der zweiten Hälfte des 16. Jhs. Damals befand sich ganz Japan im Bürgerkrieg, Feuerwaffen waren gerade bekannt geworden und die einzelnen Kriegerklans benötigten starke Festungen, in die sie sich zurückziehen konnten. Charakteristisch für die japanische Burg ist der mehrstöckige Hauptturm auf einer Hügelbasis, die mit großen Steinblöcken verkleidet ist. Umgeben waren die Burgen von mehreren Mauerringen und Burggräben sowie hölzernen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden.

Burg von Matsumoto
© WESTWARDS

Nationalschätze

Nur wenige japanische Burgen sind gut erhalten, fünf davon hat das Amt für Kulturelle Angelegenheiten als Nationalschätze ausgezeichnet. Touristenattraktion Nr. 1 ist die „Burg des Weißen Reihers“ in Himeji. Sie ist nicht nur die größte erhaltene Burganlage in Japan, sondern gilt auch als schönstes Beispiel aus der Blütezeit des Burgenbaus. Seit 2015 ist sie, nach umfassender Restaurierung, wirklich wieder strahlend weiß.
Fast ebenso bekannt und ebenfalls auf vielen Reiserouten zu finden ist die "Krähenburg" in Matsumoto – die wegen ihres dunklen Anstrichs so heißt. Allerdings musste das wuchtige Bollwerk niemals einer Belagerung standhalten, und in späteren Friedenszeiten bauten die Burgherren sogar eine Terrasse für die Mondbetrachtung an.
Ebenfalls Nationalschätze und unbedingt sehenswert sind die die wesentlich kleineren Burgen von Hikone, Inuyama und Matsue.

Sehenswerte wiederaufgebaute Burgen

Neben den fünf Nationalschätzen gibt es nur sieben weitere Burgen, die noch mehr oder weniger im Original erhalten sind. Die Mehrzahl der Festungsbauten verfiel im 19. Jahrhundert, wurde im Zuge des Modernisierungseifers abgerissen oder im Zweiten Weltkrieg zerstört. Seit den 1960er-Jahren begannen die Kommunen, auch gezielt für den Tourismus, die Burgen wieder aufzubauen – zum Teil nicht ganz stilecht aus Beton. Dafür verfügen sie im Inneren über moderne klimatisierte Ausstellungsräume mit WCs und Aufzügen; die steilen, hohen Stufen in den original erhaltenen japanischen Burgen sind nicht ganz ungefährlich.
Leicht in die Reiseroute zu integrieren ist die Burg von Osaka, in deren Inneren sich eine umfangreiche und äußerst informative Ausstellung zur Geschichte Osakas und der Burg befindet, oder die Burg von Hiroshima. Ein ebenfalls gutes Museum ist in der weniger besuchten Burg von Aizu Wakamatsu im Norden Japans untergebracht. Und manche Burg sieht man einfach im Vorbeifahren von außen, wie die (nicht zugängliche) Fushimi-Burg in der Nähe des malerischen Fushimi-Inari-Schreins bei Kyoto.
Die Gesellschaft der japanischen Burgen hat eine Liste mit den 100 bedeutendsten Burgen in Japan erstellt, die Nihon Hyaku Meijō (日本百名城).

Übrigens: in Japan ist der 6. April der „Tag der Burg“.

WESTWARDS

Mehr Informationen fnden Sie zum Beispiel auf der Seite Routenvorschläge für ihre Japanreise und in unserer Rubrik in Japan.

Mehr nützliche Tipps und Anregungen für Ihre Japanreise, mit Tipps zu Sehenswürdigkeiten finden Sie in auch in unserem Japan-Blog.