Reisstrohmattenzimmer ohne Fettnäpfchen – vom richtigen Verhalten im Ryokan

Futons, Tatamimatten und Kimonos sind typisch japanisch, und doch ist das alles keine selbstverständliche Erfahrung auf einer Japanreise. Für eine Übernachtung im japanischen Stil bucht man sich am besten in ein schickes Ryokan (wörtl. Reisehaus) ein. Ryokan waren die Gasthöfe der Edo-Zeit (17.-19. Jh.) und heute ist eine Übernachtung dort eher wie eine Auszeit im Wellness-Hotel mit viel Tradition, sehr gutem japanischem Essen, Entspannung und oft einer angeschlossenen Thermalquelle.

Der Kimono – ein Stück japanische Tradition

Der Kimono ist mehr als ein Kleidungsstück – er ist ein Symbol für Japan, und natürlich auch ein Klischee. Wohl kaum eine Japanwerbung kommt ohne Foto einer Dame im Kimono aus, am besten mit Kirschblüte und Fuji-san. Und auch wenn der Kimono heute keine Alltagsbekleidung mehr ist, werden Sie auf einer Japanreise mit großer Wahrscheinlichkeit Frauen im Kimono sehen: auf der Straße, in der U-Bahn, im Park. Und wer möchte, kann auch einmal selbst einen anprobieren.

(C) WESTWARDS

Andenken mit Schutzfunktion von Schrein und Tempel

Rosa leuchten die Büsche vor dem Heian-Schrein in Kyoto, dabei fängt die Kirschblüte doch gerade erst an – doch sind das bei näherem Hinsehen überhaupt Kirschbäume? Nein, an die kahlen Zweige sind unzählige rosa Papierzettelchen geknotet – schlechte Horoskope, die passend zur Kirschblütensaison rosa eingefärbt sind.

Horoskope

Die Horoskope (o-mikuji) sind eines der unzähligen Andenken, die man an japanischen Tempeln und Schreinen erwerben kann. Wenn das Horoskop (das man über eine Losnummer bekommt), nicht so gut ausfällt wie gewünscht, knotet man das Papier auf dem Schreingelände fest, der Schrein-Gott wird sich der Angelegenheit annehmen. Positive Vorhersagen dagegen nimmt man als Glücksbringer mit nach Hause! Und das ist längst nicht die einzige Möglichkeit, die Shinto-Götter zum eigenen Schutz und Vorteil einzuspannen, gegen einen kleinen Obolus natürlich.

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Weil auch die buddhistischen Tempel Einnahmequellen benötigen, gibt es die ganze Bandbreite an Glücksbringern auch dort.

Grüner Tee in Japan

Japan mit seiner berühmten Teezeremonie ist auch ein Reiseland für Teeliebhaber! Doch wer in Japan Tee bestellt (o-cha), bekommt in der Regel grünen Tee – dieser wird oft ungefragt und gratis zum Essen serviert und warm oder auch kalt getrunken. Schwarztee (kôcha oder auch "milk tea" - Schwarztee mit Milch) ist für Japaner ein anderes Getränk.

Die Teeblätter für grünen und schwarzen Tee stammen von derselben Pflanze, dem Teestrauch Camelia Sinensis. Im Gegensatz zum Schwarztee ist grüner Tee unfermentiert, d. h. nicht oxidiert. Um die nach dem Pflücken von allein einsetzende Oxidation zu stoppen, werden die Blätter kurz erhitzt, so bleibt auch die grüne Farbe erhalten. Zur Folge hat das neben einem deutlichen Unterschied im Geschmack auch einen wesentlich höheren Koffeinanteil - grüner Tee enthält viel mehr Koffein als Schwarztee, und sogar mehr als Kaffee! Tipp: Wer zu Hause nicht gleich mit der Teezeremonie einsteigen möchte, kann den matcha gut auch beim Backen einsetzen. Dafür reicht auch der günstigere Koch-matcha, der auch in Deutschland in zahlreichen Geschäften erhältlich ist.

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Sumo – mehr als dicke Männer

Der japanische Nationalsport ist Sumo – eine Sportart tief verwoben mit Tradition und Religion. Sumo-Turniere finden sechsmal im Jahr statt, und wenn es zeitlich passt, sollte man versuchen, einen Besuch in die Japanreise zu integrieren!